Informationen und Daten zur Lage des Mittelbaus
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Informationen und Daten zur Lage des Mittelbaus

Die Informationslage zur Situation des Mittelbaus oder ‚wissenschaftlichen Nachwuchses‘ an Hochschulen hat sich – anders als diese Lage selbst – in den letzten Jahren spürbar verbessert, ist aber weiter uneinheitlich und z.T. oberflächlich. Um eine bessere Übersicht und selektive Vertiefung zu ermöglichen, stellt diese Seite drei Ressourcen bereit:

  1. Eine Liste wichtiger Überblickspublikationen
  2. Eine zusammenfassende Präsentation und Interpretation zentraler Daten
  3. Ein Instrument zur eigenen Recherche: Die Auswertung kleiner und großer Anfragen aus den Landtagen der deutschen Bundesländer

Die Ressourcen 1 und 2 lassen sich unmittelbar nutzen; das Instrument 3 besteht aus zum Download bereitgestellten Tabellen und einer Erläuterung.
Die Entwicklung dieses Ansatzes wurde von der Rosa-Luxemburg-Stiftung finanziell gefördert.

  1. Überblickspublikationen zur Lage des Mittelbaus oder ‚Nachwuchses‘

Die Bundesberichte zum Wissenschaftlichen Nachwuchs (BuWiN) werden seit 2008 im Abstand von vier-fünf Jahren erstellt und bieten vergleichsweise gute Übersichten mit verschiedenen Schwerpunkten. Kleinere Schwächen wie eine uneinheitliche, eigenwillige Definition von ‚Nachwuchs‘ (BuWiN 2017: alle Stellen außer Lebenszeitprofessuren, mit eigenen Rubriken für Beschäftigte unter 35 und unter 45 Jahren) erschweren die Arbeit mit den Berichten.

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (2008): Bundesbericht zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses (BuWiN 2008). https://www.buwin.de/dateien/2008
  • Konsortium Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (2013): Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs 2013. Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland (BuWiN 2013). https://www.buwin.de/dateien/2013/6004283_web_verlinkt.pdf
  • Konsortium Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs (2017): Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs 2017. Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland (BuWiN 2017). https://www.buwin.de/dateien/buwin-2017.pdf

Auch die zwei-dreijährlich erscheinenden Broschüren Hochschulen auf einen Blick des statistischen Bundesamts bieten hilfreiche Einstiege. Die Daten sind einheitlich kategorisiert, sie basieren auf gesetzlich vorgeschriebenen Vollerhebungen, und zentrale Entwicklungen zu Befristung, Betreuungsquoten etc. sind dokumentiert – allerdings ist es oft ein Glücksfall, die passende Vertiefung zu finden. Durch Neugestaltung der Seiten des Statistischen Bundesamts sind die Dateien gerade nicht einfach zu finden; die aktuelle Ausgabe ist:

Die sehr besondere deutsche Förderkultur, die Mittel für Hochschulen zunehmend in Projekt- und Wettbewerbsform gebracht hat, lässt sich anhand der im Regelfall hochschulpolitisch beauftragten Evaluationen einzelner Programme nachvollziehen: des Wissenschafts-Zeitvertragsgesetzes (WissZeitVG), der Exzellenzinitiative, des Hochschulpakts. Da diese Evaluationen ihre Bewertungsgegenstände erwartbarer Weise nicht grundsätzlich infrage stellen, sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu lesen; in den fraglichen Dokumenten finden sich aber auch kritische Einschätzungen und kritisch verwertbare Daten:

Sehr nützlich für den internationalen Vergleich ist schließlich die jährliche Publikation Education at a Glance / Bildung auf einen Blick der OECD. Die hoch aggregierten Zahlen sind hier nach relativ gleichbleibenden Kriterien zusammengestellt; man erfährt allerdings weniger über die Lage des ‚Nachwuchses‘ als über Rahmenbedingungen wie staatliche und private Ausgaben für den Hochschulsektor. Die aktuelle Ausgabe ist:

bzw.

  1. Zusammenfassende Präsentation

Eine von NGAWiss-Mitgliedern erstellte Präsentation führt die verschiedene Aspekte der Befristungsmisere, ihre Gründe und mögliche Auswege zusammen und nutzt dazu u.a. die unter 1. genannten Quellen.

  1. Kleine Anfragen als Informationsbasis

Um bei Informationen zu Befristungen, Hochschulpakt usw. weiter in die Tiefe zu gehen, steht ein noch wenig genutztes Medium bereit: die kleinen und großen Anfragen, die zu Hochschulpolitik in den Landtagen der Bundesländer gestellt worden sind. Die ab 2010 gestellten Anfragen und die teilweise datenreichen Antworten darauf sind inzwischen vollständig online verfügbar (https://kleineAnfragen.de).

Wir haben diese Anfrage in zweifacher Weise vor-ausgewertet: a) zum einen haben wir die unsere Themen betreffenden Anfragen verschlagwortet, sodass alle Interessierten nun selbst direkt darauf zugreifen können, b) zum anderen haben wir ausgewählte Daten extrahiert und tabellarisch zusammengestellt. Unter dem Tab „Übersicht“ befinden sich die extrahierten Daten und unter „Tabellen“ eine Übersicht über alle Daten. Die Resultate stehen allen Interessierten zur Nutzung zur Verfügung; zum Gebrauch der Tabellen geben wir zudem noch einige Anstöße:

  1. Für die Situation des Mittelbaus und ihre Rahmenbedingungen finden sich ca. 200 relevante Anfragen aus den Parlamenten. Die Zahl dieser Anfragen, i.e. die wahrgenommene Bedeutung des Themas, nimmt im Zeitverlauf stark zu.
  2. Bei den Themen Befristung und Hochschulpakt haben wir bereits selbst die betreffenden Daten zusammengeführt – etwa zu Befristungsdauern und -gründen, der Entwicklung und der Verwendung der Hochschulpaktmittel. Die Qualität und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse schwankt, aber es finden sich viele Ansätze zur Klärung weitergehender Fragen, etwa:
  • Wie variieren die Befristungsquoten zwischen den Bundesländern; wie haben sich die Befristungsquoten in einzelnen Bundesländern entwickelt? (Überblicke hierzu bietet auch das Statistische Bundesamt, doch die Anfragen bringen mehr Tiefenschärfe)
  • Wie hat sich der Anteil besonders kurz befristeter Stellen entwickelt, (wie) werden Befristungen begründet? (Diese wäre etwa für eine erneute, kritische Evaluation des WissZeitVG wichtig)
  • Wie hoch war/ist der Anteil der Hochschulpaktmittel an der Gesamtfinanzierung der Hochschulen? (Hamburg weist 10% aus, in anderen Fällen lässt sich der Anteil errechnen)
  • Wie viele Stellen lassen sich durch die Mittel des Hochschulpakts finanzieren? (Unmittelbare Anhaltspunkte dazu ebenfalls [nur] aus Hamburg)
  • Wie verteilen sich Hochschulpaktmittel auf befristete Stellen und Dauerstellen? (Daten dazu gibt es aus Nordrhein-Westfalen)

Zu diesen und anderen Fragen sind jetzt zielgerichtete Recherchen und Antworten möglich. Ein weiteres denkbares Resultat wäre eine koordinierte kleine Anfrage zu besonders wichtigen Daten in allen Bundesländern – so könnte auch deutlich größere Vergleichbarkeit in der Datenlage erreicht werden.

Zum Downloadverzeichnis, darin:

  • Alle kleinen Anfragen und Auswertungen (PDF)
  • Tabellen: Daten und Auswertungen Befristung (ods)
  • Tabellen: Daten und Auswertungen Hochschulpakt (ods)